CalDigit TS4 im Test: 18 Ports an einem Thunderbolt-4-Kabel

Die CalDigit TS4 Thunderbolt Station 4 ist eine Dockingstation mit insgesamt 18 Anschlüssen, darunter drei Thunderbolt-4-Anschlüsse mit 40 Gigabit pro Sekunde, drei USB-C-Anschlüsse mit 10 Gigabit pro Sekunde und fünf USB-A-Anschlüsse mit ebenfalls 10 Gigabit pro Sekunde. Ein 2,5-Gigabit-Ethernet-Anschluss und eine Ladeleistung von bis zu 98 Watt an den Host gehören ebenfalls dazu.
Die aufschlussreichste Angabe ist nicht die Anzahl der Anschlüsse, sondern die dahinterliegende Bandbreite: 40 Gigabit pro Sekunde an den Thunderbolt-4-Ports gegenüber 10 Gigabit pro Sekunde an den USB-Ports. Wir haben uns angesehen, wofür der Unterschied im Arbeitsalltag tatsächlich zählt.
Bei einer Dockingstation zählt am Ende weniger, wie viele Geräte theoretisch gleichzeitig angeschlossen werden können, sondern wie sich diese Geräte die verfügbare Bandbreite teilen, ohne dass Übertragungen einbrechen. Anschlusszahl und tatsächlich nutzbare Geschwindigkeit sind also zwei verschiedene Dinge. Wer bislang mit einzelnen Adaptern und mehreren Kabeln gearbeitet hat, wird beim Umstieg auf ein zentrales Dock vor allem eines merken: wie viele kleine Steckvorgänge im Alltag wegfallen, sobald ein einziges Kabel für den gesamten Arbeitsplatz reicht.
Die Daten im Überblick
| Modell | CalDigit TS4 Thunderbolt Station 4 |
|---|---|
| Thunderbolt-4-Anschlüsse | 3x Thunderbolt 4 (40 Gb/s) |
| USB-C-Anschlüsse | 3x USB-C (10 Gb/s) |
| USB-A-Anschlüsse | 5x USB-A (10 Gb/s) |
| Ethernet | 1x 2,5 Gigabit Ethernet |
| Host-Ladeleistung | bis zu 98 W |
| Front-USB-C-Ladeleistung | 20 W |
| Mitgeliefertes Netzteil | 230 W |
| Gewicht | 0,64 kg |
| Abmessungen (H x B x L) | 141,0 x 42,0 x 113,0 mm |
Werte nach den Angaben von CalDigit.
Warum bei einem Dock die Bandbreite mehr zählt als die Anschlusszahl
18 Anschlüsse klingen nach einer beeindruckenden Zahl, doch entscheidend ist, wie sich die verfügbare Datenrate auf diese Anschlüsse verteilt. Die drei Thunderbolt-4-Ports bieten je 40 Gigabit pro Sekunde, die USB-C- und USB-A-Ports jeweils 10 Gigabit pro Sekunde. Wer mehrere schnelle externe SSDs gleichzeitig anschließt, sollte deshalb gezielt auf die Thunderbolt-Ports zurückgreifen, während für Tastatur, Maus oder einen Kartenleser die 10 Gigabit der USB-Anschlüsse mehr als ausreichen.
Für den Büroalltag bedeutet das: Nicht jeder freie Port ist gleich schnell, und die Zuordnung, welches Gerät an welchem Anschluss landet, beeinflusst spürbar, wie zügig große Dateien übertragen werden. Einen Überblick über weitere Dockingstationen mit unterschiedlichen Anschlusskonzepten bietet der Vergleich der Dockingstationen.
8K bei 30 Hertz oder zwei Bildschirme mit 6K bei 60 Hertz: was das für Multi-Monitor-Setups bedeutet
Die TS4 unterstützt laut Hersteller entweder einen einzelnen 8K-Bildschirm bei 30 Hertz oder zwei Bildschirme mit jeweils bis zu 6K-Auflösung bei 60 Hertz, letzteres über die Kompressionstechnik DSC. Für Büroarbeitsplätze mit zwei großen Monitoren ist die zweite Variante die relevantere: 6K bei 60 Hertz erlaubt eine hohe Auflösung bei gleichzeitig flüssiger Bildwiederholrate, was insbesondere beim Scrollen durch Dokumente oder beim Arbeiten mit Videoinhalten spürbar wird. Bei niedrigeren Bildwiederholraten wirkt Bewegung auf dem Bildschirm dagegen schneller ruckelig, was über einen ganzen Arbeitstag anstrengender für die Augen sein kann.
98 Watt Host-Ladeleistung: wofür das reicht und wofür nicht
Bis zu 98 Watt Ladeleistung an den Host, also das angeschlossene Notebook, decken die meisten Business-Notebooks vollständig ab, auch leistungsstärkere Modelle mit größeren Akkus. Für sehr leistungshungrige Gaming- oder Workstation-Notebooks mit eigenen Netzteilen jenseits von 100 Watt kann die Ladeleistung der Dockingstation dagegen nicht ausreichen, um das Notebook unter Volllast gleichzeitig zu laden und zu betreiben. In diesem Fall lädt das Dock zwar weiterhin mit, der Akku entlädt sich unter hoher Last aber trotzdem langsam, weil der Energiebedarf die verfügbare Ladeleistung übersteigt.
Der SD- und microSD-Kartenleser mit UHS-II
Für Nutzer, die regelmäßig mit Kameraspeicherkarten arbeiten, ist der eingebaute SD-4.0- und microSD-4.0-Kartenleser mit UHS-II-Unterstützung relevant. UHS-II-Karten übertragen deutlich schneller als ältere UHS-I-Standards, wodurch das Auslesen großer Foto- oder Videobestände spürbar zügiger abläuft. Für reine Büroarbeit ohne Bild- oder Videomaterial bleibt dieser Anschluss meist ungenutzt, für Content-Ersteller oder Marketingabteilungen mit eigenem Bildmaterial dagegen ein echter Zeitgewinn gegenüber einem externen Kartenlesegerät.
0,64 Kilogramm Gewicht und kompakte Abmessungen
Mit einem Gewicht von 0,64 Kilogramm und Abmessungen von 141 mal 42 mal 113 Millimetern ist die TS4 vergleichsweise kompakt für die Menge an verbauten Anschlüssen. Das eigene 230-Watt-Netzteil und das mitgelieferte 0,8 Meter lange Thunderbolt-4-Kabel benötigen allerdings zusätzlichen Platz auf oder unter dem Schreibtisch, was bei der Kabelführung von Anfang an mitgeplant werden sollte, insbesondere wenn das Dock nicht dauerhaft sichtbar auf der Tischplatte stehen soll.
Ein Kabel für alles: warum ein einzelner Anschluss am Notebook reicht
Das Grundprinzip einer Dockingstation wie der TS4 besteht darin, den gesamten Arbeitsplatz über ein einziges Thunderbolt-4-Kabel mit dem Notebook zu verbinden. Statt beim Ankommen am Schreibtisch mehrere einzelne Kabel für Monitor, Netzwerk, externe Festplatten und Ladegerät nacheinander anzustecken, genügt ein einziger Steckvorgang, über den Bild, Daten, Netzwerk und Stromversorgung gleichzeitig laufen. Für alle, die zwischen Homeoffice und Büro pendeln oder das Notebook regelmäßig für Meetings vom Schreibtisch nehmen, spart das im Alltag viele kleine, aber wiederkehrende Handgriffe.
Warum sich mehrere Hochgeschwindigkeitsgeräte die Bandbreite teilen
Auch wenn drei Thunderbolt-4-Anschlüsse jeweils mit 40 Gigabit pro Sekunde beworben werden, teilen sich alle gleichzeitig aktiven Geräte am Ende die verfügbare Gesamtbandbreite der Verbindung zum Notebook. Wer also zwei externe SSDs und gleichzeitig einen hochauflösenden Monitor über Thunderbolt anschließt, wird in der Praxis selten die volle theoretische Geschwindigkeit an jedem einzelnen Port gleichzeitig erreichen. Für die meisten Büroanwendungen, bei denen nicht dauerhaft mehrere große Dateien parallel übertragen werden, fällt dieser Effekt kaum ins Gewicht, spürbar wird er vor allem bei intensiver, gleichzeitiger Nutzung mehrerer schneller Geräte.
2,5-Gigabit-Ethernet: der Unterschied zu WLAN im Büroalltag
Der eingebaute 2,5-Gigabit-Ethernet-Anschluss bietet eine deutlich stabilere und schnellere Netzwerkverbindung als die meisten WLAN-Verbindungen in Büros oder im Homeoffice, insbesondere wenn mehrere Geräte gleichzeitig dasselbe Netzwerk nutzen. Für große Dateiübertragungen im Firmennetzwerk, etwa das Hoch- oder Herunterladen umfangreicher Projektdateien, macht sich eine kabelgebundene Verbindung durch geringere Schwankungen und höhere Zuverlässigkeit bemerkbar. Wer regelmäßig mit Videokonferenzen arbeitet, profitiert zusätzlich von einer stabileren Verbindung ohne die gelegentlichen Aussetzer, die bei überlasteten WLAN-Netzen auftreten können.
Wo die CalDigit TS4 an Grenzen kommt
Dafür
- 18 Anschlüsse insgesamt, darunter drei Thunderbolt 4 mit je 40 Gb/s
- Unterstützung für 8K bei 30 Hz oder zwei Bildschirme mit 6K bei 60 Hz
- Bis zu 98 W Ladeleistung für das Notebook am Host
- SD- und microSD-Kartenleser mit UHS-II
- Eigenes 230-W-Netzteil und Thunderbolt-4-Kabel im Lieferumfang
Dagegen
- Nur drei der 18 Anschlüsse erreichen die volle Thunderbolt-4-Bandbreite von 40 Gb/s
- 98 W Ladeleistung reichen nicht für alle leistungsstarken Workstation-Notebooks
- Eigenes Netzteil und Kabel beanspruchen zusätzlichen Platz am Arbeitsplatz
- 0,8 Meter Kabellänge begrenzt den Abstand zwischen Dock und Notebook
- Mehrere gleichzeitig aktive Hochgeschwindigkeitsgeräte müssen sich die Systembandbreite teilen
Wer die TS4 vor allem für ein Multi-Monitor-Setup mit zusätzlichem externem Speicher nutzt, wird von der hohen Thunderbolt-Bandbreite deutlich profitieren. Wer dagegen hauptsächlich einfache USB-Geräte wie Tastatur, Maus und einen einzelnen Monitor anschließen möchte, nutzt nur einen Bruchteil der verbauten Leistungsfähigkeit, was das Dock für diesen Einsatzzweck möglicherweise überdimensioniert erscheinen lässt. In solchen einfacheren Setups spielt die TS4 ihre Reserven erst später aus, etwa wenn in den kommenden Jahren ein zweiter Monitor oder schnellere externe Laufwerke dazukommen.
Passt die TS4 zu deinem Homeoffice?
Ja, wenn
- zwei oder mehr hochauflösende Monitore gleichzeitig betrieben werden sollen
- regelmäßig große Dateien über externe SSDs übertragen werden
- ein Kartenleser für Foto- oder Videomaterial gebraucht wird
- ein Notebook mit bis zu 98 Watt Ladebedarf am Host betrieben wird
Nein, wenn
- nur ein einzelner Standardmonitor und wenige USB-Geräte angeschlossen werden
- ein leistungshungriges Workstation-Notebook jenseits von 98 Watt betrieben wird
- am Arbeitsplatz kein zusätzlicher Platz für Netzteil und Dock vorhanden ist
- ein deutlich größerer Abstand als 0,8 Meter zwischen Notebook und Dock nötig ist
Für Arbeitsplätze mit anspruchsvollem Multi-Monitor-Betrieb und regelmäßigem Datentransfer ist die TS4 eine der leistungsfähigeren Optionen am Markt. Für einfache Single-Monitor-Setups mit wenigen Peripheriegeräten genügt dagegen ein schlankeres Dock ohne die volle Thunderbolt-4-Ausstattung.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn weniger Anschlüsse reichen: UGREEN Thunderbolt 4 Dock
Ein Thunderbolt-4-Dock einer anderen Marke mit 90 Watt Ladeleistung und 40 Gigabit pro Sekunde Übertragungsrate. Für alle, die die Thunderbolt-4-Geschwindigkeit wollen, aber mit weniger Anschlüssen auskommen.
Mit 90 statt 98 Watt Ladeleistung liegt die UGREEN-Variante nur knapp unter der TS4, die grundlegende Thunderbolt-4-Anbindung mit voller Bandbreite bleibt dabei erhalten. Für die meisten Notebooks im Büroeinsatz macht sich der Unterschied von acht Watt kaum bemerkbar, relevant wird er höchstens bei sehr leistungsstarken Geräten am oberen Ende der Skala.
Wenn die neueste Generation gefragt ist: CalDigit TS5 Plus 20-Port
Die Thunderbolt-5-Generation von CalDigit mit 20 Anschlüssen und 140 Watt Ladeleistung. Für alle, die bereits auf Thunderbolt-5-Geräte setzen oder für die Zukunft eine noch höhere Bandbreite einplanen wollen.
Thunderbolt 5 erhöht die maximale Bandbreite gegenüber Thunderbolt 4 nochmals deutlich, ein Vorteil, der vor allem bei sehr datenintensiven Anwendungen wie mehreren gleichzeitig laufenden 8K-Videobearbeitungen zum Tragen kommt. Für klassische Büroarbeit mit Office-Anwendungen und gelegentlichem Dateitransfer bleibt der Unterschied zur Thunderbolt-4-Generation dagegen meist theoretisch.
Wenn eine kompaktere Portauswahl reicht: CalDigit TS5 15-Port
Ebenfalls Thunderbolt 5, aber mit 15 statt 20 Ports und weiterhin 140 Watt Ladeleistung. Sinnvoll für alle, die die neue Generation wollen, aber nicht die volle Portanzahl des Plus-Modells benötigen.
Wer schlicht weniger gleichzeitig angeschlossene Geräte braucht, spart mit dieser Variante Platz auf dem Schreibtisch, ohne bei der Grundgeschwindigkeit Kompromisse einzugehen. Für einen typischen Arbeitsplatz mit einem Notebook, zwei Monitoren und ein bis zwei externen Laufwerken reichen 15 Ports in der Regel vollständig aus.
