BenQ ScreenBar Halo im Test: die Monitorlampe, die den Bildschirm nicht blendet
Die BenQ ScreenBar Halo ist eine Schreibtischlampe, die per Klemmdesign auf dem Monitor sitzt und laut Hersteller als erste ScreenBar von BenQ über einen zusätzlichen Hintergrundbeleuchtungsmodus verfügt. 15 Helligkeitsstufen, 8 Farbtemperaturstufen zwischen 2700 und 6500 Kelvin und ein automatischer Umgebungslichtsensor sollen die Beleuchtung an den Arbeitsplatz anpassen.
Die aufschlussreichste Angabe ist nicht die Helligkeit selbst, sondern wie sie verteilt wird: Die Lampe deckt bei 500 Lux eine Fläche von 63 mal 40 Zentimetern ab, und genau diese asymmetrische Lichtverteilung entscheidet darüber, ob Reflexionen auf dem Bildschirm entstehen oder nicht. Wir haben uns angesehen, was hinter den Werten steckt.
Eine Schreibtischlampe, die direkt auf dem Monitor montiert wird, muss eine besondere Anforderung erfüllen: Sie darf den eigenen Bildschirm nicht blenden, obwohl sie sich unmittelbar über dem Blickfeld befindet. BenQ löst das über eine asymmetrische Lichtverteilung, die den Bereich vor dem Bildschirm ausleuchtet und die Bildschirmoberfläche selbst ausspart. Gerade bei Bildschirmarbeit über mehrere Stunden hinweg entscheidet die Position der Lichtquelle spürbar darüber mit, wie ermüdend ein Arbeitstag am Monitor am Ende empfunden wird.
Die Daten im Überblick
| Modell | BenQ ScreenBar Halo |
|---|---|
| Abmessungen Lampe (B x T x H) | 50 x 9,5 x 9,7 cm |
| Abmessungen Controller (B x T x H) | 7,4 x 7,4 x 3,8 cm |
| Ausgeleuchtete Fläche (bei 500 Lux) | 63 x 40 cm |
| USB-Kabellänge | 150 cm |
| Stromeingang | 5V / max. 1,3A über USB Type-C |
| Helligkeitsstufen | 15 |
| Farbtemperaturstufen | 8 (2700K bis 6500K) |
| Farbwiedergabeindex | Ra > 95 |
| Falltest | 50 cm |
Werte nach den Angaben von BenQ.
Warum die Lichtverteilung wichtiger ist als die reine Helligkeit
Eine Schreibtischlampe könnte theoretisch beliebig hell leuchten, doch entscheidend ist, wohin das Licht fällt. Die ScreenBar Halo erreicht bei 500 Lux eine Beleuchtungsfläche von 63 mal 40 Zentimetern, ausgerichtet auf den Bereich vor dem Monitor, nicht auf den Bildschirm selbst. Diese asymmetrische Ausrichtung ist entscheidend dafür, dass kein Licht direkt in die Augen oder auf die spiegelnde Bildschirmoberfläche fällt, wo es als störende Reflexion sichtbar würde.
Eine klassische Schreibtischlampe, die seitlich oder frontal steht, kann diese präzise Ausrichtung kaum erreichen, weil der Lichtkegel breiter streut und je nach Position auch auf den Monitor selbst fällt. Das Klemmdesign der ScreenBar Halo auf der Monitoroberkante sorgt dagegen dafür, dass das Licht von oben gezielt auf Tastatur, Maus und Schreibunterlage fällt, während der Bildschirm selbst im Schatten der Lampe bleibt. Wer weitere Schreibtischlampen mit unterschiedlichen Montagekonzepten vergleichen möchte, findet sie im Vergleich der Schreibtischlampen.
Der Hintergrundbeleuchtungsmodus: was neu an der Halo ist
Laut Hersteller ist die ScreenBar Halo die erste ScreenBar von BenQ mit einem zusätzlichen Hintergrundbeleuchtungsmodus. Dabei wird nicht nur der Schreibtisch vor dem Monitor beleuchtet, sondern zusätzlich der Bereich hinter dem Bildschirm sanft aufgehellt. Das reduziert den Kontrastunterschied zwischen dem hellen Bildschirminhalt und einem dunklen Raum dahinter, was die Augen über lange Bildschirmzeiten hinweg spürbar entlasten kann, weil sie sich nicht ständig zwischen sehr hellen und sehr dunklen Bereichen im Sichtfeld anpassen müssen. Drei wählbare Lichtmodi erlauben es, zwischen reiner Frontbeleuchtung, reiner Hintergrundbeleuchtung oder einer Kombination aus beidem zu wechseln.
15 Helligkeitsstufen und 8 Farbtemperaturstufen: für unterschiedliche Tageszeiten
Mit 15 Helligkeitsstufen und 8 Farbtemperaturstufen zwischen 2700 und 6500 Kelvin lässt sich das Licht fein an die jeweilige Tageszeit anpassen. Niedrigere Kelvin-Werte um 2700 erzeugen ein warmes, gelbliches Licht, wie es abends als angenehmer empfunden wird, höhere Werte um 6500 Kelvin erzeugen ein kühles, bläuliches Licht, das tagsüber die Konzentration unterstützen kann. Wer im Homeoffice sowohl vormittags als auch abends arbeitet, profitiert von dieser Bandbreite, weil sich die Lichtstimmung ohne separate Lampen an den jeweiligen Tagesabschnitt anpassen lässt.
Automatisches Dimmen über den Umgebungslichtsensor
Der eingebaute Umgebungslichtsensor misst laut Hersteller das vorhandene Umgebungslicht und dimmt die Lampe automatisch auf die empfohlenen 500 Lux. Das ist praktisch, weil sich das benötigte Kunstlicht im Tagesverlauf ändert: An einem sonnigen Vormittag braucht es weniger Zusatzlicht als an einem bewölkten Nachmittag oder abends. Ohne automatische Anpassung müsste diese Nachregelung manuell über den Controller erfolgen, mit dem Sensor übernimmt die Lampe diese Anpassung selbstständig, sodass die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz über den Tag hinweg konstant bleibt.
Farbwiedergabeindex über Ra 95: warum das für Bildschirmarbeit zählt
Der Farbwiedergabeindex, kurz Ra oder CRI, beschreibt, wie originalgetreu Farben unter einer Lichtquelle erscheinen, verglichen mit natürlichem Tageslicht. Ein Wert über Ra 95 gilt als sehr hochwertig, deutlich über dem, was viele einfache Schreibtischlampen oder Deckenleuchten erreichen. Für Bildschirmarbeit ist das vor allem dann relevant, wenn gedruckte Dokumente neben dem Monitor gelesen oder Farbmuster verglichen werden, weil ein niedriger Farbwiedergabeindex Farben verfälscht darstellen kann.
Flimmerfrei und blaulichtgeprüft: was die Zertifizierungen bedeuten
Die ScreenBar Halo erfüllt laut Hersteller den IEEE-1789-Standard für flimmerfreies Licht und ist nach IEC/TR 62778 sowie IEC/EN 62471 in Bezug auf Blaulicht zertifiziert. Flimmern entsteht bei vielen einfachen LED-Lampen durch die Art, wie der Strom reguliert wird, und ist oft nicht bewusst sichtbar, kann aber über lange Bildschirmzeiten zu Ermüdung beitragen. Die Blaulicht-Zertifizierung wiederum bestätigt eine unabhängige Prüfung nach europäischen Normen, welchen Anteil energiereiches blaues Licht im Spektrum der Lampe hat, ein Aspekt, der bei Kunstlicht am Arbeitsplatz zunehmend Beachtung findet.
Die Kabellänge von 150 Zentimetern im Kontext des Schreibtisch-Setups
Mit einer USB-Kabellänge von 150 Zentimetern lässt sich die ScreenBar Halo an den meisten Schreibtischen problemlos mit einem freien USB-Port verbinden, etwa an einem Monitor mit eigenem USB-Hub, einer Dockingstation oder direkt am Notebook. Bei größeren Schreibtischaufbauten, bei denen die Stromquelle weiter entfernt liegt, etwa hinter einem zweiten Monitor oder unter dem Tisch verstaut, kann die Kabellänge dagegen knapp werden. In solchen Fällen hilft ein zusätzliches USB-Verlängerungskabel, ohne dass die Funktion der Lampe selbst beeinträchtigt wird.
Wo die ScreenBar Halo an Grenzen kommt
Dafür
- Asymmetrische Lichtverteilung ohne Reflexionen auf dem Bildschirm
- Zusätzlicher Hintergrundbeleuchtungsmodus mit drei Lichtmodi
- Automatisches Dimmen über den Umgebungslichtsensor
- 15 Helligkeitsstufen und 8 Farbtemperaturstufen
- Farbwiedergabeindex über Ra 95, flimmerfrei nach IEEE 1789 und blaulichtgeprüft
Dagegen
- Klemmdesign setzt eine kompatible Monitorkante voraus, kein klassischer Standfuß
- Stromversorgung mit maximal 1,3 Ampere begrenzt die Nutzung an schwächeren USB-Ports
- 150 cm Kabellänge kann bei ungünstiger Schreibtischanordnung knapp werden
- Bedienung über einen kabelgebundenen Controller, der zusätzlich Platz auf dem Schreibtisch belegt
- Auf sehr breiten Monitoren deckt die Lichtfläche von 63 x 40 cm nicht die gesamte Schreibtischbreite ab
Die meisten Einschränkungen betreffen die Kompatibilität mit dem eigenen Arbeitsplatz, nicht die Funktion selbst. Wer einen curved oder ungewöhnlich geformten Monitor besitzt, sollte vor dem Kauf das patentierte Klemmdesign gegen die eigene Monitorkante prüfen, ebenso wie die Position der USB-Ports für die Stromversorgung. Bei mehreren nebeneinander stehenden Monitoren empfiehlt es sich außerdem, vorher zu überlegen, ob eine einzelne ScreenBar auf dem Hauptmonitor ausreicht oder ob für einen zweiten Bildschirm eine weitere Lampe sinnvoll wäre.
Passt die ScreenBar Halo zu deinem Homeoffice?
Ja, wenn
- lange Bildschirmzeiten in wechselndem Umgebungslicht üblich sind
- Reflexionen auf dem Monitor durch bisherige Lampen ein Problem waren
- sowohl vormittags als auch abends am Schreibtisch gearbeitet wird
- ein Flach- oder Curved-Monitor mit geeigneter Klemmkante vorhanden ist
Nein, wenn
- kein Monitor, sondern nur ein Notebook-Display beleuchtet werden soll
- eine sehr breite Schreibtischfläche komplett ausgeleuchtet werden muss
- nur ein sehr schwacher USB-Port für die Stromversorgung zur Verfügung steht
- eine freistehende Lampe mit klassischem Standfuß bevorzugt wird
Für Arbeitsplätze mit einem klassischen Flach- oder Curved-Monitor und regelmäßiger Bildschirmarbeit über den ganzen Tag hinweg ist die ScreenBar Halo eine durchdachte Lösung. Wer dagegen hauptsächlich mit einem Notebook ohne externen Monitor arbeitet, findet mit einer freistehenden Schreibtischlampe die passendere Alternative.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es die neueste Generation sein soll: BenQ ScreenBar Halo 2
Die Nachfolgegeneration der Halo mit kabellosem Controller und blendfreiem Licht. Für alle, die die neueste Ausstattungsstufe innerhalb der ScreenBar-Reihe wollen.
Ein kabelloser Controller reduziert zusätzliches Kabelgewirr auf dem Schreibtisch, das Grundprinzip der asymmetrischen Lichtverteilung bleibt gegenüber der ersten Halo erhalten. Für alle, die ohnehin auf einen möglichst aufgeräumten Schreibtisch ohne sichtbare Bedienelemente Wert legen, ist das ein sinnvolles Upgrade gegenüber dem kabelgebundenen Controller der ersten Generation.
Wenn es ohne Hintergrundbeleuchtung reichen soll: BenQ ScreenBar Pro
Die Pro-Variante ohne den zusätzlichen Hintergrundbeleuchtungsmodus, dafür mit automatischem Ein- und Ausschalten. Für alle, die die Grundfunktion der ScreenBar-Reihe wollen, ohne die Zusatzfunktion der Halo zu benötigen.
Wer den Bereich hinter dem Monitor ohnehin nicht beleuchten möchte, verzichtet mit der Pro-Variante auf eine Funktion, die im eigenen Arbeitsalltag sonst ungenutzt bliebe. Das automatische Ein- und Ausschalten der Pro-Variante bietet dabei einen eigenen Komfortgewinn, unabhängig von der fehlenden Hintergrundbeleuchtung.
Wenn das Grundprinzip genügt: Quntis Computer Monitor Lampe
Eine einfacher ausgestattete Monitorlampe einer anderen Marke mit 41 Zentimeter langer Lichtleiste und Fernbedienung mit Touch-Steuerung. Für alle, die das Grundprinzip einer Monitor-Klemmlampe zunächst ausprobieren wollen.
Die grundlegende Funktion einer aufgesetzten Klemmlampe bleibt erhalten, Details wie automatisches Dimmen über einen Umgebungslichtsensor oder ein zusätzlicher Hintergrundmodus sind bei dieser Alternative jedoch nicht in gleichem Umfang zu erwarten. Für einen ersten Einstieg in Monitor-Klemmlampen, ohne gleich die volle Ausstattung zu benötigen, ist das dennoch eine praktikable Option.

