Corsair K70 RGB PRO im Test: die mechanische Tastatur mit 8000 Hz Abfrage
Die Corsair K70 RGB PRO ist eine mechanische Tastatur im Vollformat mit CHERRY MX Red Linear Switches, einer Auslösedistanz von 1,2 Millimetern und einer Report Rate von bis zu 8.000 Hertz über die AXON Hyper-Processing Technologie. 8 Megabyte Onboard-Speicher fassen bis zu 50 gespeicherte Profile.
Die aufschlussreichste Angabe ist die Report Rate von 8.000 Hertz, denn sie bestimmt, wie oft die Tastatur ihren Status pro Sekunde an den Rechner meldet. Wir haben uns angesehen, was das für die tägliche Büroarbeit tatsächlich bedeutet und wo der Unterschied zu einer gewöhnlichen Tastatur überhaupt spürbar wird.
Für viele Büroanwendungen wie Textverarbeitung oder E-Mails spielt die Report Rate praktisch keine Rolle, für schnelles Tippen, Tabellenarbeit mit vielen Tastenkombinationen oder gelegentliches Gaming zwischendurch dagegen schon. Entscheidend ist also weniger der Spitzenwert selbst als die Frage, wann er im Büroalltag überhaupt zum Tragen kommt. Eine mechanische Tastatur unterscheidet sich zudem grundlegend von den meist verbauten Membran-Tastaturen einfacher Bürosets, sowohl im Anschlagsgefühl als auch in der zu erwartenden Lebensdauer der einzelnen Tasten.
Die Daten im Überblick
| Modell | Corsair K70 RGB PRO (Cherry MX Red) |
|---|---|
| Report Rate | bis zu 8.000 Hz mit AXON Hyper-Processing Technologie |
| Auslösedistanz (Cherry MX Red) | 1,2 mm |
| Tastenlebensdauer | bis zu 100 Millionen garantierte Tastenanschläge |
| Onboard-Speicher | 8 MB |
| Speicherbare Profile | bis zu 50 |
| Tastenanzahl | 105 Tasten |
| Abmessungen | 444 x 166 x 40 mm |
| Gewicht | 1,13 kg |
| Garantie | 2 Jahre |
Werte nach den Angaben von Corsair.
8.000 Hertz Report Rate: wann der Unterschied im Büro überhaupt zählt
Eine Report Rate von 8.000 Hertz bedeutet, dass die Tastatur ihren Zustand bis zu 8.000-mal pro Sekunde an den Rechner meldet, statt der bei vielen Standardtastaturen üblichen 125-mal pro Sekunde. Für gewöhnliches Tippen von Texten oder E-Mails ist dieser Unterschied kaum spürbar, weil selbst schnelles Schreiben nicht annähernd an die Grenzen einer 125-Hertz-Tastatur stößt. Relevant wird die hohe Abfragerate dort, wo es auf Millisekunden ankommt: bei schnellen Tastenkombinationen in Tabellenkalkulationen, beim zügigen Wechsel zwischen vielen Shortcuts oder eben beim Gaming in der Pause.
Wer die K70 RGB PRO ausschließlich für klassische Büroarbeit einsetzt, wird von den 8.000 Hertz selten profitieren, dafür aber von der Verarbeitungsqualität und der Zuverlässigkeit der Switches, die unabhängig von der Abfragerate für ein konsistentes Tippgefühl sorgen. Einen Überblick über weitere mechanische Tastaturen für den Schreibtisch bietet der Vergleich mechanischer Tastaturen.
1,2 Millimeter Auslösedistanz: was das für das Tippgefühl bedeutet
Die Auslösedistanz beschreibt, wie tief eine Taste gedrückt werden muss, bevor der Tastendruck registriert wird. Bei den verbauten CHERRY MX Red Linear Switches liegt dieser Wert bei 1,2 Millimetern, deutlich weniger als bei den meisten Standardtastaturen für den Bürogebrauch. Das bedeutet in der Praxis, dass Tastenanschläge früher erkannt werden und sich Tippen insgesamt leichtgängiger anfühlt, weil die Taste nicht bis zum Anschlag durchgedrückt werden muss. Für Vielschreiber im Büro kann das über einen ganzen Arbeitstag die Anschlagsbewegung spürbar verkürzen, allerdings gewöhnungsbedürftig für alle, die von einer Tastatur mit spürbarem Druckpunkt kommen, wie sie viele Büro-Standardtastaturen mitbringen.
100 Millionen Tastenanschläge: die Langlebigkeit einzelner Tasten
Die garantierten bis zu 100 Millionen Tastenanschläge pro Taste geben einen Anhaltspunkt für die mechanische Lebensdauer der Switches. Selbst bei sehr intensiver täglicher Nutzung über mehrere Stunden hinweg würde es viele Jahre dauern, bis eine einzelne Taste diese Zahl erreicht. Am schnellsten sammeln sich die Anschläge bei Leertaste, Enter und den häufigsten Buchstaben, während seltener genutzte Funktionstasten diese Grenze praktisch nie erreichen.
8 Megabyte Onboard-Speicher und 50 Profile: für wen das zählt
Der Onboard-Speicher von 8 Megabyte erlaubt es, bis zu 50 Profile direkt auf der Tastatur zu hinterlegen, unabhängig von einer laufenden Software auf dem Rechner. Das ist besonders praktisch für alle, die die Tastatur an mehreren Arbeitsplätzen nutzen, etwa im Büro und zu Hause, ohne jedes Mal die Beleuchtungs- und Makroeinstellungen neu vornehmen zu müssen. Für Nutzer, die die Tastatur ausschließlich an einem festen Arbeitsplatz mit durchgehend installierter Software betreiben, ist dieser Speicher weniger entscheidend, da die Profile dann ohnehin dauerhaft über die Software verwaltet werden können.
Vollformat mit 105 Tasten: der Ziffernblock als Platzfrage
Mit 105 Tasten und Abmessungen von 444 mal 166 Millimetern ist die K70 RGB PRO eine klassische Vollformat-Tastatur inklusive separatem Ziffernblock. Für Tätigkeiten mit häufiger Zahleneingabe, etwa in Tabellenkalkulationen oder der Buchhaltung, ist der Ziffernblock ein klarer Vorteil gegenüber kompakteren Layouts ohne diesen Bereich. Wer dagegen wenig mit Zahlen arbeitet und stattdessen mehr Platz für die Maus auf dem Schreibtisch braucht, sollte die Breite von 444 Millimetern vorher mit der eigenen Schreibtischtiefe abgleichen, insbesondere wenn zusätzlich eine Handballenauflage genutzt werden soll.
PBT-Doppel-Schuss-Tastenkappen und Aluminium-Oberrahmen
Die Tastenkappen bestehen laut Hersteller aus PBT im Doppel-Schuss-Verfahren, bei dem die Beschriftung nicht bedruckt, sondern in zwei Kunststoffschichten gegossen wird. Dadurch bleibt die Beschriftung auch nach jahrelangem Gebrauch lesbar, während bedruckte Tastenkappen bei häufig genutzten Tasten wie den Buchstaben oder der Leertaste im Laufe der Zeit abgerieben werden können. Der Aluminium-Oberrahmen sorgt zusätzlich für eine hohe Verwindungssteifigkeit, wodurch sich die Tastatur beim Tippen nicht durchbiegt, selbst wenn sie beim Transport zwischen Homeoffice und Büro regelmäßig verstaut und wieder aufgebaut wird.
Volles N-Key-Rollover: warum das bei Tastenkombinationen zählt
100 Prozent Anti-Ghosting mit vollem N-Key-Rollover bedeutet, dass jede gedrückte Taste unabhängig von den anderen korrekt erkannt wird, gleich wie viele Tasten gleichzeitig gehalten werden. Bei einfacheren Tastaturen kann es vorkommen, dass bestimmte Tastenkombinationen aus drei oder mehr gleichzeitig gedrückten Tasten nicht vollständig erkannt werden, etwa bei komplexen Tastenkombinationen in Design- oder Tabellensoftware. Für Büroanwendungen mit vielen Shortcuts, etwa beim gleichzeitigen Halten von Umschalt-, Steuerungs- und einer weiteren Taste, sorgt das volle Rollover für eine zuverlässige Erkennung auch in ungewöhnlichen Tastenkombinationen.
Zwei Jahre Garantie trotz 100 Millionen garantierter Tastenanschläge
Die Herstellergarantie von 2 Jahren wirkt auf den ersten Blick kurz im Vergleich zu den 100 Millionen garantierten Tastenanschlägen pro Taste. Beide Zahlen beschreiben allerdings unterschiedliche Dinge: Die Tastenanschläge beziffern die mechanische Belastbarkeit der Switches selbst, während die Garantiezeit den Zeitraum festlegt, in dem der Hersteller bei Defekten unabhängig von der genauen Nutzungsintensität einspringt. Für die meisten Bürotastaturen liegen Garantiezeiten mechanischer Modelle in einer ähnlichen Größenordnung, weshalb die 2 Jahre eher dem Branchenstandard entsprechen als eine Besonderheit der K70 RGB PRO zu sein.
Wo die K70 RGB PRO an Grenzen kommt
Dafür
- Report Rate bis zu 8.000 Hz mit AXON Hyper-Processing
- 1,2 mm Auslösedistanz bei den CHERRY MX Red Switches
- Bis zu 100 Millionen garantierte Tastenanschläge pro Taste
- Vollformat mit Ziffernblock, Aluminium-Oberrahmen und PBT-Tastenkappen
- Volles N-Key-Rollover und 100 Prozent Anti-Ghosting
Dagegen
- Vollformat mit 444 mm Breite braucht mehr Schreibtischfläche als kompakte Layouts
- Nur 2 Jahre Garantie trotz 100 Millionen garantierter Tastenanschläge
- Kabelgebundener Anschluss, keine drahtlose Nutzung möglich
- Linear-Switches ohne taktilen Klickpunkt, gewöhnungsbedürftig beim Umstieg
- Die hohe Report Rate bringt im reinen Büroalltag ohne Gaming kaum spürbaren Zusatznutzen
Die K70 RGB PRO richtet sich klar an Nutzer, die Wert auf Präzision und Verarbeitungsqualität legen, weniger an alle, die primär eine platzsparende oder drahtlose Lösung suchen. Wer beides möchte, sollte sich innerhalb der Corsair-Serie nach einer kompakteren oder kabellosen Variante umsehen. Die kabelgebundene Verbindung ist dabei kein technischer Nachteil im eigentlichen Sinn, sondern eine bewusste Entscheidung zugunsten einer konstant niedrigen Latenz ohne Funkstörungen, wie sie in Büros mit vielen gleichzeitig aktiven WLAN- und Bluetooth-Geräten gelegentlich auftreten können.
Passt die K70 RGB PRO zu deinem Homeoffice?
Ja, wenn
- Platz für ein Vollformat mit Ziffernblock auf dem Schreibtisch vorhanden ist
- häufig Tabellen oder Zahlen eingegeben werden
- ein präzises, leichtgängiges Tippgefühl gewünscht ist
- zwischendurch auch gespielt wird und die hohe Report Rate genutzt werden kann
Nein, wenn
- der Schreibtisch wenig Platz für eine breite Vollformat-Tastatur bietet
- eine drahtlose Verbindung ohne Kabel gewünscht ist
- ein spürbarer taktiler Druckpunkt statt linearer Switches bevorzugt wird
- die hohe Report Rate ohnehin nicht genutzt werden würde
Für alle, die täglich viel tippen und dabei Wert auf ein präzises, verlässliches Schreibgefühl legen, ist die K70 RGB PRO eine solide Wahl. Wer dagegen primär kompakte Abmessungen oder eine drahtlose Verbindung sucht, sollte sich innerhalb der Corsair-Reihe nach anderen Bauformen umsehen. Am Ende entscheidet vor allem der eigene Arbeitsstil: Wer stundenlang am Stück tippt, wird die Verarbeitungsqualität und das gleichmäßige Tippgefühl der K70 RGB PRO Tag für Tag zu schätzen wissen, während gelegentliche Nutzer mit einer einfacheren Tastatur genauso gut zurechtkommen.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn die Grundausstattung reicht: Corsair K70 CORE RGB SOCD
Eine einfacher ausgestattete mechanische Tastatur aus der K70-Reihe mit SOCD-Funktion. Für alle, die das Grundprinzip der K70-Serie wollen, ohne die volle Ausstattung der RGB PRO zu benötigen.
Die Kernfunktionen wie mechanische Switches und ein robustes Gehäuse bleiben erhalten, einzelne Komfortdetails der größeren Variante fallen dafür weg. Die SOCD-Funktion selbst stammt ursprünglich aus dem Gaming-Bereich und regelt, wie die Tastatur bei gleichzeitig gedrückten entgegengesetzten Richtungstasten reagiert, für reine Büroarbeit ohne Spiele-Nutzung bleibt sie meist ungenutzt.
Wenn der Ziffernblock entfallen kann: Corsair K70 PRO TKL RGB
Eine Tenkeyless-Variante ohne Ziffernblock, dafür kompakter und mit weiteren Ausstattungsdetails der PRO-Serie. Sinnvoll für alle, die mehr Platz für die Maus wollen und auf den Ziffernblock verzichten können.
Wer wenig mit Zahlen arbeitet, gewinnt durch das kompaktere TKL-Format spürbar Platz auf dem Schreibtisch, ohne bei den mechanischen Kerneigenschaften der Serie Abstriche zu machen. Gerade bei kleineren Schreibtischen oder in Kombination mit einem großen Mauspad macht sich der fehlende Ziffernblock schnell als zusätzlicher Bewegungsraum für die Maus bemerkbar.
Wenn es kabellos sein soll: Corsair K70 PRO Mini Wireless RGB 60%
Eine kabellose 60-Prozent-Tastatur ohne Ziffernblock und ohne Funktionstastenreihe. Für alle, die möglichst wenig Kabel und möglichst viel freie Schreibtischfläche wollen.
Das kompakte 60-Prozent-Layout eignet sich vor allem für Nutzer, die Funktionstasten über Tastenkombinationen abrufen können und im Gegenzug maximale Bewegungsfreiheit für die Maus gewinnen wollen. Wer regelmäßig Funktionstasten wie F1 bis F12 oder eigene Pfeiltasten direkt und ohne Umweg über eine zweite Tastenebene braucht, sollte dagegen eher zu einem größeren Layout greifen.

