SIHOO Doro C300 oder Hbada E3 Pro: Welcher Bürostuhl passt?

Zwei Netzstühle in derselben Preisklasse, beide mit Kopfstütze, beide mit einer Mechanik, die sich am Körpergewicht ausrichtet, statt an einem Drehknopf eingestellt zu werden. Getrennt werden sie an drei Stellen: wie weit sich die Lehne neigen lässt, wie viel Verstellweg der Sitz bietet und wie beweglich die Armlehnen sind.
Wer die Klasse noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den ergonomischen Bürostühlen. Hier stehen der SIHOO Doro C300 und der Hbada E3 Pro mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Der SIHOO Doro C300, wenn ein aufgeräumter Aufbau mit belegter Prüfung zähltNeigung in drei arretierten Stufen bis 130 Grad, 3D-Armlehnen, die sich beim Zurücklehnen mitbewegen, EN 1335, TÜV-Zertifizierung und 150 kg Tragkraft
- Der Hbada E3 Pro, wenn viel Verstellweg gefragt istNeigung bis 140 Grad in fünf Stufen, 4D-Kopfstütze mit 70 Grad Drehung, Sitzhöhe 85 mm, Sitztiefe 50 mm, 720-Grad-Armlehnen und eine Fußstütze
- Beide haben einen Netzrücken, eine dreizonig oder selbstadaptiv arbeitende Lordosenstütze und eine Mechanik, die den Neigungswiderstand am Gewicht ausrichtet
Die zwei Kandidaten
SIHOO Doro C300
130 Grad, TÜV, 150 kg
Hbada E3 Pro
140 Grad, Fußstütze, viel Verstellweg
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | SIHOO Doro C300 | Hbada E3 Pro |
|---|---|---|
| Rückenlehne | atmungsaktives Netz | atmungsaktives Netz |
| Lordosenstütze | selbstadaptiv, folgt der Bewegung | drei Zonen, Seitenflügel mit 40 Grad |
| Neigung maximal | 130 Grad | 140 Grad |
| Arretierte Stufen | drei | fünf |
| Mechanik | Gewichtssensor | Gravity Sensing |
| Kopfstütze | höhenverstellbar | 4D, 70 Grad Drehung, 40 mm Höhe, 70 mm Tiefe |
| Armlehnen | 3D, synchron beim Zurücklehnen | 720 Grad drehbar, 70 mm Höhe |
| Sitzhöhenverstellung | keine Angabe | 85 mm |
| Sitztiefenverstellung | keine Angabe | 50 mm |
| Rückenlehne in der Höhe | 60 mm, vier Positionen | 80 mm |
| Tragkraft | 150 kg | keine Angabe |
| Fußstütze | keine Angabe | ausklappbar |
| Gasfeder | keine Angabe | SGS Klasse 4 |
| Normen und Prüfung | EN 1335, REACH, TÜV, SGS BIFMA | BIFMA |
| Garantie auf Zubehörteile | 3 Jahre | keine Angabe |
| Gewicht laut Handel | rund 23 kg | rund 30 kg |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich: SIHOO nennt für diese Ausführung weder Sitzhöhen- noch Sitztiefenverstellung, Hbada macht keine Angabe zur Tragkraft und zur Garantiedauer; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Eigenschaft nicht aufgeführt ist, heißt nicht, dass sie fehlt, denn jeder Bürostuhl hat eine Sitzhöhenverstellung. Die Gewichte sind gerundete Handelsangaben einschließlich Verpackung und taugen zum Vergleich der Transportlast, nicht als Gewicht des aufgebauten Stuhls. Der Hbada wird mit Fußstütze geliefert, was einen Teil der Differenz erklärt. Die weiter unten gerechneten Werte zu Lastverlagerung, Körpergröße und Sitzstunden beruhen auf diesen Angaben und auf gängigen ergonomischen Faustregeln, sie sind Größenordnungen und kein medizinischer Rat. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Was zehn Grad mehr Neigung ausmachen
Die Rechnung mit der Lastverlagerung
Der Oberkörper eines Menschen mit achtzig Kilogramm wiegt grob vierzig Kilogramm. Sitzt er aufrecht, ruht diese Last fast vollständig auf Becken und Lendenwirbelsäule.
Bei 110 Grad Lehnenwinkel übernimmt die Lehne rund ein Drittel davon, bei 130 Grad gut zwei Drittel, bei 140 Grad noch etwas mehr. Der Sprung von aufrecht zu leicht zurückgelehnt bringt also weit mehr als der von 130 auf 140 Grad.
Die letzten zehn Grad wirken vor allem an einer anderen Stelle: Ab etwa 135 Grad rutscht das Becken nach vorn, wenn die Füße keinen Halt haben. Deshalb liegt beim weiter neigbaren Stuhl eine Fußstütze bei.
Praktisch heißt das: Wer im Stuhl arbeitet, sitzt ohnehin zwischen 100 und 120 Grad und merkt von den zehn Grad nichts. Wer im Stuhl auch Pause macht oder telefoniert, nutzt sie.
Für welche Körpergrößen der Verstellweg reicht
Die Rechnung mit der Sitzhöhe
Die richtige Sitzhöhe entspricht ungefähr der Unterschenkellänge mit Schuh. Zwischen 1,60 Meter und 1,90 Meter Körpergröße unterscheidet sich dieses Maß um rund acht Zentimeter.
Ein Verstellweg von 85 Millimetern deckt damit genau die Spanne ab, die in einem Haushalt mit zwei sehr unterschiedlich großen Menschen auftritt. Fünfzig Millimeter Sitztiefe verschieben zusätzlich die Vorderkante, sodass zwischen Kniekehle und Sitz zwei bis drei Finger Platz bleiben.
Fehlt die Tiefenverstellung, entscheidet die feste Sitzfläche, wem der Stuhl passt: Ist sie zu tief, drückt die Kante in die Kniekehle, ist sie zu kurz, fehlt dem Oberschenkel die Auflage.
Praktisch heißt das: Wird der Stuhl von einer Person genutzt, zählt nur, ob deren Maße hineinfallen. Wechselt er sich zwischen zwei Personen ab, ist jeder Zentimeter Verstellweg bares Geld wert.
Warum Prüfnormen bei einem Stuhl mehr sind als Papier
Die Rechnung mit den Sitzstunden
Acht Stunden am Tag an zweihundertzwanzig Arbeitstagen ergeben rund 1760 Sitzstunden im Jahr. Über fünf Jahre sind das fast neuntausend Stunden unter Last.
In dieser Zeit wird die Gasfeder einige tausend Mal betätigt, die Rollen legen mehrere Kilometer zurück und die Lehne wird zehntausendfach belastet. Genau darauf zielen EN 1335 und die BIFMA-Prüfungen, die den Dauerbetrieb im Zeitraffer nachstellen.
Eine Gasfeder der Klasse 4 ist die höchste der gängigen Sicherheitsklassen und die Stelle, an der ein Stuhl im Zweifel wirklich gefährlich wird.
Praktisch heißt das: Für ein paar Stunden pro Woche ist die Prüfnorm zweitrangig. Wer täglich acht Stunden darin sitzt, sollte auf eine benannte Norm bestehen, nicht auf eine Beschreibung wie stabil.
Wofür welcher Stuhl reicht
Wie sich der SIHOO im Einzelnen schlägt, steht im Test des SIHOO Doro C300. Wer die Auswahl breiter aufziehen will, findet die Übersicht bei den Bürostühlen, und wer nur die Beinhaltung verbessern möchte, schaut bei den Fußstützen vorbei.
Wo jeder von beiden gewinnt
Für den SIHOO spricht
- EN 1335, REACH und TÜV-Zertifikat benannt
- Tragkraft bis 150 Kilogramm angegeben
- Armlehnen bewegen sich beim Zurücklehnen mit
- Drei Jahre Garantie auf Zubehörteile
- Rund sieben Kilogramm leichter im Transport
Für den Hbada spricht
- 140 Grad Neigung in fünf arretierbaren Stufen
- 85 Millimeter Sitzhöhe, 50 Millimeter Sitztiefe
- Kopfstütze in vier Richtungen verstellbar
- Fußstütze im Lieferumfang
- Gasfeder der Sicherheitsklasse 4 benannt
Die beiden Stühle beantworten dieselbe Frage unterschiedlich. Der SIHOO ist auf Arbeit ausgelegt und belegt das mit Normen, einer klaren Tragkraft und einer Armlehne, die dem Oberkörper folgt, statt ihn festzuhalten. Der Hbada ist auf Anpassung ausgelegt: mehr Verstellwege an Sitz, Lehne und Kopfstütze, ein größerer Neigungsbereich und eine Fußstütze, die aus dem Arbeitsplatz für zwanzig Minuten eine Liege macht. Wer allein an einem festen Platz sitzt und dort acht Stunden verbringt, ist mit dem ersten besser bedient. Wer den Stuhl mit jemandem teilt oder ihn auch zum Ausruhen nutzt, mit dem zweiten.




